Google Street View und die “German Angst”

Das Thema Street View wurde ja in den letzten Wochen von allen möglichen Medien nahezu bis zur Erschöpfung durchgekaut. Und was man da so alles zu lesen bekommt, da könnten einem bei so manchem Beitrag die Haare zu Berge stehen. Da wollen Polizeigewerkschafter “virtuelle Streifennfahrten” machen oder ganze Stadtverwaltungen stellen sich quer und bieten den Einwohnern Widerspruchsformulare zum Download an.

Aber den Vogel abgeschossen haben meiner Meinung nach die rüstigen Rentner aus Düsseldorf die sich von RP ONLINE als Zeichen ihres Protests vor ihrem Haus inklusive der Nennung des vollen Namens haben ablichten lassen. Da haben sie Angst das bei Street View einer ihrer Gartenzwergverseuchten Vorgärten zu sehen ist und Google womöglich noch Geld damit verdient, stellen sich aber bereitwillig vor ihre Häuser um sich fürs INTERNET ablichten zulassen. Da fehlen mir die Worte!

Eine schönes knackiges Statement zu Streetview findet man zur Zeit im Editorial der c’t. Unbedingt lesen! Hier mal ein kleiner Auszug.

Niemals würde unsere Regierung zulassen, dass so private Informationen über die Landesgrenzen hinausdringen. Außer beim SWIFT-Abkommen, aber da geht es ja nicht um Fotos, sondern um Kontodaten – was ist das schon gegen das Risiko, dass ein Passant beim Brötchenholen oder ein Autokennzeichen versehentlich der automatischen Verpixelung entgehen könnte? Das wäre ja fast, als stünde man vor anderen splitternackt da, wie etwa bei der Sicherheitskontrolle am Flughafen.

Quelle: c’t Editorial

Wenn man sich das mal alles vor Augen führt, wer über welche Daten von uns allen verfügen kann, dann kommt mir die Aussage unserer ehemaligen Verbraucherministerin Renate Künast wie glatter Realitätsverlust vor.

“Es wird Zeit, dass die Koalition die Rechte der Menschen auf informationelle Selbstbestimmung auch im Internet mit einer Änderung des Datenschutzgesetzes festigt”

Ich habe fertig!

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